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Trechtingshausen

Burg Reichenstein

Zwar weiß die Geschichtsforschung mittlerweile, dass Rudolf von Habsburg 1282 die Reichensteiner Raubritter an Bäumen aufknüpfen ließ und ihr Anführer, Dietrich von Hohenfels, sogar entkommen konnte. Doch geht seit altersher eine schaurige Sage am Mittelrhein um, die anderes zu berichten weiß.

Danach fleht Dietrich von Hohenfels, der letzte Raubritter, den König an, wenn schon nicht sein eigenes Leben, dann doch wenigstens das seiner neun Söhne zu schonen: sie seien unschuldig, er sei es gewesen, der ihnen das Rauben, Plündern und Morden befohlen habe.

Der König, der ein abschreckendes Beispiel für alle Raubritter geben wollte, wies die Bitte zurück, doch war er bereit ein Gottesurteil vollziehen zu lassen. Man führte Dietrich zur Richtstätte, direkt dort, wo heute die Clemenskapelle steht, und stellte seine Söhne nebeneinander auf. Der König sprach: "Sieh nun, du Mordgeselle, dort stehen deine Söhne. Gleich wird dein Kopf im Sande rollen, doch wenn du es dann noch schaffst, an der Reihe deiner Brut entlangzulaufen, so will ich all denen das Leben schenken, die du passiert hast."

Dietrich von Hohenfels sah seinen Söhnen fest ins Gesicht, warf schweigend einen Blick auf den Weg, der an ihrer Reihe entlang zu laufen war und schon im nächsten Moment fiel sein Kopf, von einem einzigen Schwertstreich des Henkers abgetrennt, zu Boden.

Doch jetzt geschah das Unfassbare, Unheimliche, das allen Dabeigewesenen eisige Schauer über den Rücken jagte. Der blutige Leichnam fiel nicht um, er wankte nur kurz und stakte dann, sich auf unsicheren Beinen vorantastend, auf die Reihe der Söhne zu. Eins, zwei, drei, vier, fünf Söhne wurden passiert, dann der sechste, siebte, achte und schließlich der neunte Sohn. Erst jetzt stürzte der gefürchtetste Raubritter der Gegend mit rasselndem Kettenhemd zu Boden, wobei eine hohe Blutfontäne aus seinem Halsstumpf hervorschoß und die Umstehenden bespritzte. Rudolf von Habsburg aber, der kreidebleich geworden war, schenkte den Söhnen das Leben und verließ die blutige, unheimliche Stätte, so schnell er nur konnte.


gefunden auf den Internetseiten der Burg Reichenstein.

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