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Trechtingshausen

Burg Rheinstein

Die Liebe siegt auf Burg Rheinstein. Allerdings nicht sofort. Denn Rittersmann Dietehelm hätte lieber den reichen Gunzelin als Schwiegersohn gesehen. Gerda, Tochter der schönen Jutta, einst Beutegut des rauen Rheinsteiner, hatte längst ein begehrliches Auge auf den jungen und knackigen Helmbrecht geworfen. Der besaß zwar weder Burg noch Taler, sah aber blendend aus und gestand der Maid bei passender Gelegenheit seine Liebe. Und wie sich das für einen wohlerzogenen Jungen gehört, informierte er Onkel Gunzelin von Reichenstein, den umgehend Wollust und Geldgier befielen. Statt für den Neffen warb er bei Gerdas Vater für sich - und dieser zauderte nicht. Gunzelin war vornehm, das bisschen Tücke und Falschheit nimmt man da gerne in Kauf. Da half weder Weinen noch Herzeleid, „und so nahte der Tag, an dem Gunzelin mit dem schmunzelnden Behagen eines gealterten Lüstlings“ Hochzeit in der Klemenskapelle halten wollte. Und das hätte auch geklappt, wären nicht dicke Bremsen den unglücklich Liebenden zu Hilfe geschwirrt, die sich surrend in den Bauch von Gerdas Pferd festbissen. Der Gaul ging durch, Gunzelin stürzte mit seinem Ross in die Tiefe, Dietehelm bekam einen Tritt ans Schienbein, der zwar schmerzhaft, aber nicht lebensbedrohend war - und Helmbrecht? Der rettete die Schöne, wie sich das gehört. Sagen-Sammler Wilhelm Ruland berichtet: „Ein ungetrübtes Eheglück ist aus dieser Verbindung aufgeblüht.“ Soweit die Sage von der „Brautwerbung“ auf Burg Rheinstein.
Alte Quellen nennen die Burg Vauts- oder Fatzberg
Erstmals erwähnt wurde die Burg 1323, die wahrscheinlich unter dem Mainzer Erzbischof Peter von Aspelt gebaut wurde. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg war das Gemäuer wohl schon so mitgenommen, dass die Franzosen 1689 hier keinen Schuss Pulver verschwenden wollten. Niemand kümmerte sich von Stund an um die malerische Ruine, bis der preußische Baumeister Friedrich Schinkel ein Auge darauf warf. Man schrieb das Jahr 1816, die Rheinprovinz war ein Jahr zuvor vom Wiener Kongress Preußen unterstellt worden, und Schinkel entwarf Pläne zum Wiederaufbau: romantisch, wie sonst. Das war der Grund, warum Prinz Friedrich von Preußen die Burg 1823 kaufte und nach seinen Wünschen gestaltete. „Wenn der Prinz da ist, gehen wir alle im Mittelalter“, soll ein Diener gesagt haben. 1829 erhielt die Burg den Namen Rheinstein. Alte Quellen sprechen indes von Vautsberg oder Fatzberg, benannt nach dem heiligen Bonifatius, der unter einer germanischen Eiche gemeuchelt wurde. In einer dritten Ausbauphase 1839 bis 44 kamen die Schlosskapelle und das weiter südlich bergauf gelegene „Schweizerhaus“ als Gästehaus dazu. 1863 erbte Prinz Georg von Preußen die Burg. In der Krypta der Kapelle wurden 1863 Prinz Friedrich von Preußen, 1882 seine Frau Prinzessin Luise und 1902 deren Sohn Prinz Georg bestattet.


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