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Zur Geschichte von Trechtingshausen


Der Chronist sprach bereits von einem "Castrum Trajani" der Römer.

In der Frankenzeit gehörte Trechtingshausen zum unteren Nahegau. Reihengräber aus dieser Zeit sind bei Bauarbeiten freigelegt worden. Bei den ersten urkundlichen Erwähnungen 1122 wird der Name des Dorfes Drodingishusen genannt, 1135 Drohtenhusen, 1328 Dreieckshusen und 1335 Drechlingshusen.

Aus den Urkunden von 1135 erfahren wir, dass Trechtingshausen im "Sprengel St. Clemens" im Besitz des Klosters Cornelimünster bei Aachen war. Wegen der weiten Entfernung hatte das Kloster Ritter (Vögte) zu Verwaltern und Beschützern bestimmt. Sie hatten ihren Sitz auf der Burg Reichenstein. Doch mit der Zeit entarteten die Ritter zu Raubrittern.

Am 6. September 1270 verkaufte das Kloster Cornelimünster den ganzen "Sprengel St. Clemens" dem Domkapitel und Maria ad gradus in Mainz. Doch die Raubritter trieben ihr Unwesen weiter bis Kaiser Rudolf von Habsburg 1282 die Burg Reichenstein zerstörte und die Raubritter bei der Clemenskapelle hinrichten ließ.

1290 verkaufte Dietrich von Hohenfels die wieder aufgebaute Burg und Trechtingshausen widerrechtlich dem mächtigen Pfalzgrafen Ludwig dem Strengen. Streitigkeiten zwischen Mainz und dem Pfalzgrafen um den Besitz entschieden sich erst 1344; Trechtingshausen und Burg Reichenstein kamen endgültig zu Mainz. Trechtingshausen und Niederheimbach wurden eine Verbandsgemeinde und dem Amt Bingen zugeteilt. Jede Gemeinde hatte einen Schultheiss. Der Oberschultheiss hatte seinen Sitz in Niederheimbach. Die "Dingtage" wurden unterhalb der Burg Sooneck abgehalten, wo auch der Galgen stand. Der Dreißigjährige Krieg brachte viel Leid und Elend über Trechtingshausen. 35 Häuser wurden niedergebrannt. Es herrschte mehrere Jahre die Pest.

 

Rund 500 Jahre gehörte Trechtingshausen zu Mainz mit dem Amtssitz in Bingen. Nach der Besetzung des linken Rheinufers durch die französischen Revolutionstruppen wurden die Kirchenfürsten enteignet und Trechtingshausen bei Einführung der französischen Verwaltung der "Maire" Niederheimbach zugeteilt.

Nach den Befreiungskriegen blieb Trechtingshausen bei der Bürgermeisterei Niederheimbach im Kreis St. Goar in der Rheinprovinz.

1938 kam unser Dorf zum Amt Bacharach, am 1. Oktober 1968 zur Verbandsgemeinde Bacharach und am 8. November 1970 zur Verbandsgemeinde Rhein-Nahe im Kreis Mainz-Bingen, dem die Gemeinde seit dem 9. Juni 1969 angehört.


Quelle: Valentin Reuschel -verst.-, ehem. Dorfchronist

Geschichte der katholischen Pfarrkirche St. Clemens

Die Geschichte der katholischen Pfarrkirche St. Clemens geht zurück bis zum Ende des 13. Jahrhunderts, als im Ort eine Kapelle erstmals urkundlich erwähnt wird. Im Jahre 1343 wird eine Messestiftung erwähnt, die an Werktagen am Altar des Hl. Cornelius und des Hl. Cyprianus in der Kapelle gehalten wurde. Aus dieser Zeit ist noch der romanische Glockenturm erhalten.

1684 fand eine Renovierung mit Einsegnung zu Ehren des Heiligen Kreuzes statt, nachdem unser Ort mitsamt der Kapelle schwere Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg erleiden musste. Seit dieser Zeit wurde die Kapelle als Heilig-Kreuz-Kapelle bezeichnet.

 

Durch Beschlagnahmung der Pfarrkirche auf dem Friedhof durch französische Soldaten in der Franzosenzeit ab 1794 und deren teilweisen Zerstörung konnte diese als Gotteshaus nicht mehr genutzt werden. So wurde als Ersatz im Ortskern eine neue Kirche benötigt. Mangels eines geeigneten Bauplatzes riss man die alte Heilig-Kreuz-Kapelle ab und errichtete an deren Stelle 1823/25 ein neues Gotteshaus, welches, wie die alte Pfarrkirche am Rhein, dem Hl. Clemens geweiht wurde. Den vorhandenen Glockenturm band man in den Neubau mit ein.

Schon wenige Jahrzehnte später war diese Kirche zu klein geworden für die wachsende Bevölkerungszahl von Trechtingshausen. Außerdem waren bereits größere Bauschäden aufgetreten, die eine große Sanierung erforderlich gemacht hätten.

Deshab begann der Kirchenvorstand unter dem Vorsitz des damaligen Pfarrers Maas im Jahre 1913 mit der Planung einer neuen Pfarrkirche. Doch während des kurze Zeit folgenden Weltkrieges war an eine Realisierung des Projektes nicht zu denken.

Erst im Jahre 1922 konnte das Bauprojekt beginnen. Die alte Pfarrkirche wurde abgerissen, nur der Chorraum und der alte Glockenturm blieben stehen und wurden in den Neubau integriert. Am Kirmessonntag 1922 war die feierliche Grundsteinlegung.

Da aber mittlerweile eine starke Inflation eingesetzt hatte, gab es erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Die wenigen Eigenmittel und aufgebrachten Spenden reichten bei weitem nicht aus. Nach zähen Verhandlungen erreichte Pfarrer Maas die Genehmigung zu einer Kirchenbaulotterie. Da dieses Geld ebenfalls nicht reichte, erbat Pfarrer Maas Zuschüsse aus der "produktiven Erwerbslosenfürsorge", der damaligen Form von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (sogenannte "Cunogelder").

Allein die Orgel, die bei der Orgelbaufirma Klais in Bonn in Auftrag gegeben wurde, verschlang Vorauszahlungen von 13 Milliarden Mark und konnte trotzdem erst 1925 nach weiteren Zahlungen fertiggestellt werden.

Unter diesen schwierigsten Bedingungen wurde nach den Plänen des Architekten Joseph Mockenhaupt eine Kirche im Grundriß eines Kreuzes mit Ausbauten der Kreuzecken errichtet. Die mächtige Kuppel mit barockem Helm verleihen der Kirche die Gestalt eines Zentralbaus. Im November 1923 konnte die Kirche eingesegnet werden. Eine förmliche Weihe konnte nicht stattfinden, da der Aktar aus Beton und nicht aus Naturstein gearbeitet war.

Im Jahre 1935 wurden als Ersatz für die im 1. Weltkrieg eingeschmolzenen Glocken drei neue Bronzeglocken angeschafft, die aus einer Steuerschuld des Burgbesitzers Baron Kirsch-Puricelli bezahlt wurden. Da diese Glocken 1942 wieder für Kriegszwecke abtransportiert wurden, wurden 1951 drei neue Glocken aus Stahl gegossen und zu der letzten verbliebenen alten Glocke aus dem Jahr 1459 im Glockenturm aufgehängt.

Im Jahre 1970 wurde der Altarraum völlig umgestaltet und ein Altar aus Tuffstein eingeweiht. Somit konnte dann auch die Kirche geweiht werden. Die Kanzel wurde bei dieser Renovierung entfernt. 1979/80 fand die letzte Innenrenovierung statt, bei der der gesamte Fußboden erneuert wurde und neue Bänke beschafft wurden. In den Jahren 1987 bis 1989 wurden dann das Dach neu eingedeckt und der Außenanstrich der Kirche und des Turmes erneuert.
verfasst von Frank Thein

Clemenskapelle

Reste der alten Wehrmauer mit Turm

Reste der alten Wehrmauer mit Torbogen zum Rhein

Burg Reichenstein

Pfarrkirche St. Clemens